Warum heißes Wasser schneller gefrieren kann als kaltes
Ein Schüler aus Tansania beharrte 1963 darauf, dass seine Beobachtung stimmt. Physiker streiten noch heute über die Erklärung.
1963 bemerkte ein Gymnasiast aus Tansania, Erasto Mpemba, etwas, das wie ein Fehler im Lehrbuch aussah: Seine warme Eismasse gefror schneller als die kalte. Sein Lehrer sagte, er bilde sich das ein. Zehn Jahre später erschien dieselbe Beobachtung in einer Physikzeitschrift — unterzeichnet von ihm und einem Universitätsphysiker.
Was tatsächlich passiert
Der Effekt ist nicht universell: Er tritt nur unter bestimmten Bedingungen auf. Heißes Wasser verdunstet stärker, es bleibt also weniger Wasser zu kühlen. Konvektionsströmungen transportieren die Wärme effizienter zur Oberfläche, und gelöste Gase entweichen anders, was die Eiskristallbildung verändert.
Ein vierter, subtilerer Faktor ist die Unterkühlung: Kaltes Wasser kann unter 0 °C flüssig bleiben und dann schlagartig gefrieren. Messungen hängen von Gefäß, Verunreinigungen und Starttemperatur ab.